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Kreuzweg

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Kreuzweg

Eine Besonderheit in der Rothenbacher Herz Jesu-Kirche ist der von Schwester Christophora (Benediktinerinnen der Abtei St. Hildegard in Eibingen) gefertigte Kreuzweg aus gebrannter Keramik.

In den 15 Kreuzwegstationen wurden Motive aus den Ortsteilen Rothenbach, Obersayn und der Himburg integriert. So wird eine Brücke geschlagen von den Ereignissen vor 2000 Jahren in Jerusalem bis zu uns heute.

Die Reliefs sind viergeteilt und nehmen so das Motiv des Kreuzes auf. Bei der 12. Station wurde bewusst auf einen Ortsbezug verzichtet, um zu verdeutlichen: Jesus ist für die ganze Welt gestorben!c

Gedanken und Gebete zum Rothenbacher Kreuzweg 

Im Kreuz ist Heil. Im Kreuz ist Leben.

1. Station: Jesus wird zum Tod verurteilt

Da lieferte Pilatus ihnen Jesus aus, damit er gekreuzigt würde.

Der wäscht seine Hände in Unschuld. Er macht es sich einfach. Die Juden sind dran schuld. Ich habe damit nichts zu tun. An dieser Vorgehensweise, an dieser Haltung, hat sich bis heute leider nichts verändert. Immer wieder entschuldigen sich Menschen, obwohl ihr Tun schlimme Folgen hat.

Herr, wir empfehlen dir alle, die zu Unrecht verurteilt werden. Wir bitten dich für jene, die ungerechte Urteile fällen und für alle, denen wir selbst Unrecht tun.   

 

2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Jesus trug sein Kreuz und ging hinaus zu dem Platz, der Schädelstätte heißt, auf hebräisch Golgota.

Herr, wir bitten für alle, die leiden, dass sie ihr Kreuz im Namen Jesu tragen.Wir bitten für uns selbst, dass wir fremdem und eigenem Leid nicht ausweichen.

 

 

 

 

3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen.

Wenn wir uns schwach fühlen und uns alles zu viel wird, lass uns an Jesus Christus denken, der sein Kreuz auf sich nahm.

Herr, schau auf alle, deren Last zu schwer geworden ist. Mit deinen barmherzigen Augen schaue auf unsere Schuld, mit der wir die Last der anderen noch vermehren.

 

 

4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter

Als Jesus seien Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter!

Gibt es schlimmeres als das eigene Kind zu verlieren? Vor eigenen Augen? Maria ging den Weg ihres Sohnes mit bis zum bitteren Ende. Doch sie resigniert nicht. Die Bibel berichtet uns, dass sie im Kreis der Jünger in der sich bildenden jungen Kirche eine wichtige Rolle spielte.

Gepriesen bist du, Herr und Gott, dass du den Menschen in Liebe begegnet bist. Lass uns von dieser Liebe weitergeben, besonders an unsere Kinder und Kindeskinder.

5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Simon von Cyrene luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage.

Simon hilft, vielleicht nicht ganz freiwillig, aber er hilft und das ist entscheidend. Denn oft herrscht doch die Meinung vor: Mein eigenes Kreuz ist schwer genug, mir fehlt die Kraft mich auch noch mit fremden Kreuzen zu belasten. Und doch sagt Jesus: Was ihr den Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.

Herr, hilf denen, die im Stich gelassen werden. Gib Kraft allen, die sich um gefährdete Menschen kümmern. Lass uns nicht blind sein für die, die unsere Hilfe brauchen.

 

6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Er wurde verachtet wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt.

Veronika reicht Jesus ein Schweißtuch. Sie hilft uneigennützig. Tut das, was sie kann, um die Not wenigstens ein klein wenig zu lindern. Und hält so Christi Bild in ihren Händen.

Herr, du begegnest uns in den leidenden Brüdern und Schwestern: Hilf uns, dass uns das entstellte Antlitz der Menschen nicht gleichgültig lässt.

 

 

7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz.

Der Herr stützt alle, die fallen, und richtet alle Gebeugten auf.

Jesu Kreuz lässt ihn nicht mehr los. Es drückt ihn nieder. Jesus Weg ist der der Verzweifelten, der Gefolterten, der Schmerzen. Wer den Schmerz fühlt, begreift die Schreienden. Wer die Angst erlebt, versteht die Zitternden. Wer die Verzweiflung spürt, kann mitfühlen mit den Hoffnungslosen. Wer die Tränen kennt, kann mitweinen.

Herr, lass uns beim Fallen nicht fallen.

 

 

8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen

Es folgte ihm eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten.

Die Frauen klagen und weinen. Vielleicht auch, weil da einer geht, der sie verstanden hat. Der sie nicht lüstern anschaute, sondern liebevoll. Der Ansehen schenkte, wo andere unterdrückten. Der von Gott erzählte, als wäre er Mann und Frau.

Herr, jeder Mensch ist dein Geschöpf. Du liebst alle gleich, unabhängig von Geschlecht, Nationalität oder Religion. Lass uns daran ein Beispiel nehmen.

 

9. Station: Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen.

Jesus leidet - wird aber nicht wehleidig. Jesus wird bedrängt - verdrängt aber nicht. Jesus bricht zusammen - lässt sich aber den Willen nicht brechen. Er schreit nach Gott - aber er flucht nicht. Er geht kaputt - macht aber nichts und niemanden kaputt.

Gepriesen seist du, Herr Jesus Christus, der du das Kreuz der Verzweifelten getragen hast. Wir bitten dich: Erbarme dich über uns und die ganze Welt.

 

10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

Die Soldaten nahmen seine Kleider und machten vier Teile daraus, so dass jeder einen Teil erhielt.

Das letzte Ansehen genommen. Der letzten Würde beraubt. Den Soldaten ist die Beute wichtiger als der Mensch. Die Ohnmacht ist erdrückend.

Herr, wir bitten für die Hilflosen und Verspotteten. Lass es uns aushalten, wenn wir bloßgestellt werden. Gib uns ein Gespür dafür, die eigene Würde und Selbstachtung zu bewahren.

 

11. Station: Jesus wird an Kreuz genagelt

Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Aufs Kreuz gelegt. Festgenagelt. Von Handlangern des Todes. Ausgeliefert. Abgeschrieben. Zur Schlachtbank geführt.

Herr, erbarme dich meiner, wenn ich hasse. Herr, erbarme dich meiner, wenn ich gehasst werde. Herr, erbarme dich derer, die nicht wissen, was sie tun. Auch für sie wurdest du gekreuzigt.

 

 

12. Station: Jesus stirbt am Kreuz

Mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Das Paradies gibt es nicht zum Schleuderpreis. Nicht am Leid vorbei, sondern durch das Leid hindurch geht der Weg zur Auferstehung. Jesus eröffnet uns durch seinen Tod den Weg zum Vater.

Herr, wir bitten für die Sterbenden dieser Welt, dass sie nicht allein gelassen werden. Wir bitten für uns, dass wir den eigenen Tod als ein Sterben mit Christus annehmen können.

 

 

13. Station: Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.

Jesus kehrt zurück in die Arme seiner Mutter. Sie nimmt ihn an. Sie hält ihn aus. Sie trägt ihn. Könnte es sein, dass sich im Schoß der Trauernden eine neue Geburt vorbereitet? Dass aus dem Sterben Leben kommt, aus dem Verstummen ein Begreifen? Aus dem Ende ein Anfang?

Jesus, lass uns dich mit den Augen deiner Mutter sehen, dich so lieben, wie sie dich geliebt hat, dir treu sein, wie sie dir treu gewesen ist, damit wir in Wahrheitdeine Brüder und Schwestern sind.

14. Station: Jesus wird ins Grab gelegt

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.

Der Tod kann ihn nicht festhalten. Im Grab wird das Licht geboren - Licht in der Finsternis. Der Stein, der alles zudecken soll, er kann nicht alles begraben. Hoffnung und Licht sind unaufhaltsam.

Herr, du hast das Schicksal des Grabes mit uns geteilt. Doch am dritten Tag bist du auferstanden von den Toten. Wir bitten dich: Erbarme dich über uns und die ganze Welt.

 

15. Station: Jesus ist der Auferstandene

Niemand kommt zum Vater, außer durch mich!

Ostern ist das A und O unseres Glaubens. Der Tod ist entmachtet, das Leben hat gesiegt. Seit Ostern sind wir auf dem Weg und der Auferstandene sagt zu uns: Fürchtet euch nicht!

Herr, seit Ostern dürfen wir glauben: Was uns auch bedroht und ängstigt, es wird uns nicht für immer im Griff haben - das Leben ist stärker. Lass uns diese Botschaft nicht nur hören, sondern verinnerlichen, damit sie uns Licht und Hoffnung sei in den Tagen, wo das Leben uns schwer wird.

 

Gedanken und Gebete zum Rothenbacher Kreuzweg verfasst von Matthias Ruß.

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